Rede zum Neujahrsempfang

Im Namen des Ortsverbandes heiße ich Sie herzlich willkommen auf unserem Neujahrsempfang!

Wir freuen uns, dass Sie so zahlreich erschienen sind.

Ganz besonders begrüße ich unsere Gäste in der Talkrunde:

Ingrid Nestle, Mitglied des Bundestages für die Grünen, Sprecherin für Energiewirtschaft der Bundestagsfraktion. Ihre Schwerpunkte liegen Energiewende, Klimakrise, Steueroasen und Bahnpolitik in SH.

Dr. Ann-Kathrin Tranziska, Landesvorsitzende der Schleswig-Holsteiner Grünen und Kommunalpolitikerin in Pinneberg.

Achim Diekmann, Fraktionsvorsitzender der Rellinger Grünen und seit Jahrzehnten aktiv in der Kommunalpolitik.

Zur Einstimmung ein Blick in das Jahr 1978.

Der Verein „Club of Rome“ , gegründet 1972, hatte eine Gruppe Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) beauftragt, in Computersimulationen die Zukunft der Welt zu berechnen. Fast alle Szenarien mündeten zwischen 2015 und 2050 in einen Kollaps: Je nachdem, wie man die Prämissen wählte, nahm mal die Umweltverschmutzung dramatische Ausmaße an oder der Industrie gingen die Rohstoffe aus. Nur mit drastischer Umorientierung, so die Autoren, könne man den Zusammenbruch der Weltwirtschaft und einen steilen Rückgang der Bevölkerung abwenden. 13 Millionen Mal verkaufte sich der Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ seitdem.

„Letztlich ging es aber nicht um Grenzen des Wachstums“, sagt Anders Wijkman, Ehrenpräsident des Club of Rome. „Es ging darum, unseren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern.“

2019, 41 Jahre später sind die Themen des Club of Rome immer noch aktuell! Aktueller denn je!

Wir führen Diskussionen über Grenzwerte, drohende Fahrverbote in den Städten, Tempolimit – ja oder nein?, Ausstieg aus der Kohle.

Seit einigen Wochen streiken Schüler*innen und Studierende jeden Freitag für mehr Klimaschutz, sie kämpfen für ihre Zukunft. Sie wollen nicht Opfer der Klimakrise werden und fühlen sich von den verantwortlichen Politiker*innen im Stich gelassen. Sie rufen Parolen wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ „Im Westen wie im Osten, ihr lebt auf unsere Kosten.“ Euch gehen die Ausreden aus – uns die Zeit.“

Woche für Woche, inspiriert von der schwedischen Schülerin und Klimaaktivistin Greta Thunberg setzen sich bundesweit tausende junge Menschen für mehr Klimaschutz ein. Die Bewegung Fridays for future war auch gestern wieder auf den Straßen – über 2000 junge Menschen in Flensburg, Kiel und Rendsburg. In Schleswig-Holstein gibt es mittlerweile 10 Ortsgruppen, auch in Pinneberg und Elmshorn.

Was können wir unseren Kindern und Enkelkindern antworten?

Für uns Grüne in Rellingen gibt es so einiges, was wir vor Ort anpacken wollen.

Hier eine kleine Auswahl der Themen, die für uns in 2019 und darüber hinaus anstehen:

Wir bleiben dran am Thema Biodiversität, unsere grüne Herzensangelegenheit. Der Schutz der biologischen Vielfalt ist ein Querschnittsthema für uns, das in all unseren Lebensbereichen in der Gemeinde eine Rolle spielen muss.

Insekten, Schmetterlinge und Vögel vor der eigenen Haustür und im eigenen Garten müssen wieder mehr Chancen zum Überleben haben. Wir sind Teilnehmer am Runden Tisch Biodiversität und wollen, dass dieses parteiübergreifende Rellinger Projekt weitere Ideen umsetzen kann. Die ersten Blühwiesen werden dieses Jahr im Ort zu sehen sein!

Wir wollen CO2 vermeiden – natürlich! Gute, sichere und attraktive Wege für Fußgänger und Radfahrende durch Rellingen, das ist unser Ziel.

Deswegen unterstützen wir seit einigen Monaten die Initiative STADTRADELN, eine Aktion des KlimaBündnis, dem größten Netzwerk von Städten, Gemeinden und Landkreisen zum Schutz des Weltklimas, dem rund 1.700 Mitglieder in 26 Ländern Europas angehören.

Wir freuen uns über die engagierte Zusammenarbeit mit Kollegen der SPD, den Fachleuten des ADFC Pinneberg, den Naturfreunden und Rellinger Bürger*innen im Vorbereitungsteam. Erst letzten Dienstag haben wir wieder getagt – wer Interesse hat, dabei zu sein, melde sich gerne bei uns.

Wir wollen die Verkehrswende in Rellingen. Der regelmäßige Stau auf der Hauptstraße und das erhöhte Parkaufkommen setzt deutliche Warnsignale! Dazu gleich mehr in der Talkrunde.

Dazu gehört auch, dass wir mehr bezahlbaren Wohnraum für alle Generationen schaffen wollen. Uns Grünen geht es darum, dass Menschen mit kleinerem und mittlerem Geldbeutel auch in Rellingen bezahlbare Mietwohnungen finden. Dann steigen die Chancen, dass Mitarbeiter*innen ihren Betrieb in Rellingen schnell, günstig und umweltfreundlich erreichen können.

Klimafreundliche Verkehrsplanung in Kombination mit einer klugen Wohnungsbaupolitik und Ortskerngestaltung – das wäre doch mal was!

Das neue Wohngebiet am Lohacker wäre aktuell solch ein Rellinger Gebiet, welches aus unserer Sicht dazu gute Möglichkeiten bietet.

Dazu gehört auch eine der großen Zukunftsfragen in unserer Gemeinde, nämlich „Wohnen im Alter“. Darüber wurde in der Vergangenheit bereits gesprochen und geplant. Gerade erst am letzen Wochenende, auf dem 23. Rellinger Frauenempfang, wurde dieses Thema breit und umfangreich diskutiert. Wenn die Rente knapp ist und das Haus zu groß und nicht mehr bezahlbar, braucht es gute Lösungen vor Ort. Wir Grünen wollen da gerne die unterschiedlichsten Modelle diskutieren und denken.

Und dann stellt sich für uns auch die wichtige Frage: Wie viel Gewerbegebiete und, vor allen Dingen, in welchen Lagen machen Sinn? Eine direkte Anbindung an die Autobahn hat für uns Priorität.

Bei der Landschaftsplanung fokussieren wir den Blick auf die Bereiche, die wir erhalten wollen. Natur erhalten und aufwerten ist unser zentrales Anliegen.

Es gäbe noch viele wichtige Punkte zu nennen. Aus diesem Grunde wollen wir Grünen mehr werden, damit das „Grün“ in Rellingen noch viel mehr Schattierungen bekommt und natürlich mehr Möglichkeiten. Dies steht auf unserer eigenen To Do Liste.

Wir stehen für den politisch engagierten und fairen Austausch im Rathaus und den politischen Kompromiss für die Gemeinde. Wir schätzen sehr die hilfreiche und unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Verwaltung. Danke dafür.

Uns liegen gute Lösungen am Herzen, die natürlich eine grüne Handschrift tragen sollen.

Aber könnte es vielleicht sein, dass es einige Lebensbereiche in unserer Gemeinde gibt, die parteiübergreifend schnellstmöglich angepackt werden sollten? Ich erinnere an die Parolen der jungen Leute, die freitags streiken.

Anja Keller