Klimanotstand! Ein Klimaschutzkonzept für Rellingen – jetzt!

London hat den Klimanotstand ausgerufen, ebenso Los Angeles, Vancouver, Basel, Konstanz, viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen, Kiel, Bad Segeberg, Lübeck, Mölln, Aachen, Saarbrücken und nun auch Rellingen?!

Argumente dafür gibt es genug.

Hier ein Auszug aus der Stellungnahme von scientists4future:

„Das Übereinkommen von Paris, meist als Pariser Klimaschutzabkommen bezeichnet, von 2015 (UN FCCC, 2015) verpflichtet die Staaten völkerrechtlich verbindlich, die globale Erwärmung deutlich unter 2 °C zu halten. Darüber hinaus haben alle Länder Anstrengungen versprochen, die Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen.

Es kommt nun darauf an, die Netto-Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen schnell abzusenken und weltweit spätestens zwischen 2040 und 2050 auf null zu reduzieren (IPCC, 2018).

Eine schnellere Absenkung erhöht hierbei die Wahrscheinlichkeit, 1,5 °C nicht zu überschreiten. Die Verbrennung von Kohle sollte bereits 2030 fast vollständig beendet sein, die Verbrennung von Erdöl und Erdgas gleichzeitig reduziert werden, bis alle fossilen Energieträger durch klimaneutrale Energiequellen ersetzt worden sind.

Unter Berücksichtigung von globaler Klimagerechtigkeit müsste in Europa dieser Wandel sogar noch deutlich schneller ablaufen (IPCC, 2018; Global Carbon Project, 2018). (…) Auch wenn weiterhin Beteiligungs- und Diskussionsbedarf besteht: Jetzt muss gehandelt werden. Beides schließt einander nicht aus.“ (1)

Es bleiben uns noch 20 bis 30 Jahre, um das Ziel der begrenzten Erderwärmung zu erreichen. Das ist nicht mehr viel Zeit.

Der letzte Sommer hat bereits eindrücklich aufgezeigt, was Klimawandel in Schleswig-Holstein bedeuten kann.

Extreme Wetterereignisse und deren Folgen wie Dürre, Hitzewellen, Starkregen, Waldbrände häufen sich regional als auch international.

Weltweit waren die letzten vier Jahre die heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Also, worauf noch warten? Die Uhr läuft.

 

Es braucht jetzt auf kommunaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene griffige Maßnahmen, um dieser Klimakrise entgegenzuwirken. 

Wir stellen daher die Frage, was wir in Rellingen jetzt tun können.

Mit Anerkennung des sog. Climate Emergency (Klimanotstandes) (2) erklärt sich die Gemeinde bereit, die Eindämmung des Klimawandels und seine schwerwiegenden Folgen als Aufgabe von höchster Priorität zu sehen.

Wir GRÜNEN wollen Klimaschutz vorrangig und konsequent bei allen Vorhaben in der Gemeinde mitdenken.

Zukünftig soll bei jedem Beschluss der Gemeindevertretung und der Verwaltung überprüft werden, ob die getroffenen Beschlüsse positive oder negative Auswirkungen auf den Klimaschutz haben. Die Gemeinde soll somit künftig bei allen Vorhaben Lösungen bevorzugen, die sich positiv auf Klima-, Umwelt- und Artenschutz auswirken sowie ein nachhaltiges alternatives Mobilitätsmanagement fördern. Ein Klimaschutzkonzept soll die dafür notwendigen Rahmenbedingungen schaffen.

Die jungen Menschen von Fridays for Future fordern zu Recht eine klare und konsequente Haltung der Politik ein, damit zeitnah sinnvolle Rahmenbedingungen geschaffen werden können.

 

Unsere grüne Fraktion unterstützt diese Forderung. Mit unserem aktuellen Antrag auf der Gemeindevertretung am 27.Juni 2019 wollen wir versuchen, in Rellingen dafür eine politische Mehrheit zu gewinnen.

(1):https://www.scientists4future.org/stellungnahme/stellungnahme

(2) Die Begriffe «Climate Emergency» resp. «Klimanotstand» sind symbolisch zu verstehen und sollen keine juristische Grundlage für die Ableitung von Notstandsmaßnahmen sein.

 

Weitere Informationen:

 

https://www.scientists4future.org/

https://www.klimabuendnis-hamm.de/key/klimanotstand/

https://www.klimabuendnis-hamm.de/klimanotstand-in-jedem-rathaus/#liste_Bundeslaender

https://fridaysforfuture.de/