Rellingen, eine Gemeinde vor neuen Herausforderungen

 

Rellingen ist eine wohlhabende Gemeinde. Sie kann sich Schulneubauten,

ein reichhaltiges Kindergartenangebot, Gemeindebüchereien und ein vielfältiges

Kulturangebot und vieles mehr für ihre Bürgerinnen und Bürger leisten.

Sie unterhält Sporthallen und bezuschusst Sportvereine, finanziert Freiwillige Feuerwehren, um nur einiges zu nennen.

Quelle für die gute finanzielle Ausstattung ist ein vielfältiges Gewerbe.

Doch Gewerbe hat Flächenbedarf und zieht Verkehr nach sich.

Rellingen verfügt über viele unbebaute Flächen

und eine günstige Lage durch die Nähe zur Autobahn.

Es zeichnen sich zunehmend Grenzen ab!

Flächenversiegelung führt zu Überschwemmungen bei Starkregen und stört die natürliche Regulierung und Auffüllung des lebenswichtigen Wasserhaushaltes

( Grundwasser).

Die noch vorhandenen Ökosysteme werden drastisch beeinträchtig oder zerstört. Ausgleichsflächen nach dem sogenannten Öko-Konten-System in anderen Gemeinden sind für Rellingen da nicht hilfreich.

Das Straßennetz in der Gemeinde ist nicht beliebig zu erweitern,

der Verkehrsfluss bahnt sich seinen Weg zunehmend durch ehemals ruhige Wohngebiete.

Autoverkehr beeinträchtigt Radfahrende und Fußgänger.

Konkrete Beispiele:

Die Bürgerinitiative Kellergraben/Herman-Löns-Weg wendet sich gegen die aktuelle Planung des B-Plan 72.

 

Bürger*innen aus dem Ortsteil Rellingen-Krupunder sowie aus dem Ortskern (Hauptstraße) beklagen den stark zunehmenden PKW- und LKW Verkehr.

 

Die kritischen Verkehrssituationen im Baumschulenweg (Tempo 30 Zone) und an der verkehrsberuhigten Straße Am Markt sorgen dafür, dass Anwohner*innen sich zu Interessengemeinschaften zusammenfinden und für ihre Anliegen eintreten.

 

Radfahrende fordern erhebliche Verbesserungen für den Radverkehr innerorts. Die Schulwege zu den drei Grundschulen und der Caspar-Voght-Schule sollen sicherer werden.

So muss sich die Kommunalpolitik der entscheidenden Frage stellen:

Welche verkehrspolitischen Ziele strebt Rellingen an?

Wie viel Flächenverbrauch kann sich Rellingen noch leisten?

Welchem Zweck sollen die noch nicht bebauten Flächen dienen?

Die Rellinger Grünen gehen nach den jüngsten Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern noch einen Schritt weiter:

Welche Flächen sind nicht mehr verhandelbar

und müssen für die Gemeinschaft freigehalten und erhalten bleiben?

Unserer Auffassung nach ist der Zeitpunkt gekommen für die Überlegung,

dass die Gemeinde für ihre Bürgerinnen und Bürger Flächen erwirbt, die auch den kommenden Generationen noch als Grün- und Naherholungsflächen und

zur landwirtschaftlichen Nutzung zur Verfügung stehen.

Ortsentwicklung in Rellingen braucht einen Neustart

Wir wollen die Lebensqualität in Rellingen erhalten und verbessern, indem wir eine klimafreundliche und nachhaltige Ortsentwicklung auf allen Ebenen anstreben.

Der Ortskern an der Hauptstraße, die Ortsteile Egenbüttel-Dorf sowie Rellingen-Krupunder sollen für alle Generationen attraktiv sein.

Wir wollen, dass Rellinger Bürger*innen sich frühzeitig in die Überlegungen und Planungen einbringen können.

In diesem Zusammenhang begrüßen wir ausdrücklich, dass Bürgerinnen und Bürger in den obengenannten konkreten Fällen von ihren demokratischen Rechten Gebrauch machen und ihre Einwände entsprechend vorbringen.

Bündnis 90/ Die Grünen

Ortsverband Rellingen, Tangstedt und Ellerbek

Silke Faber