Sportlerehrung 2026
Sehr geehrte Gäste,
liebe Trainer und Betreuer, liebe Eltern,
und vor allem: liebe Sportlerinnen und Sportler,
auch ich darf euch zur heutigen Sportlerehrung hier in der Caspar-Voght-Schule herzlich begrüßen. Mein Name ist Achim Diekmann und ich sitze dem Gemeindeausschuss für Kinder, Jugend- und Sportangelegenheiten vor.
Ja, nun sind wir alle im Handballfieber, nachdem es unsere Handballer ins EM-Halbfinale geschafft haben.
Aber nicht alle sind so sportbegeistert. Joachim Ringelnatz meinte mal lakonisch:
Sport stärkt Arme. Rumpf und Beine,
kürzt die öde Zeit,
Und er schützt uns durch Vereine
Vor der Einsamkeit… (aus einem Kalenderblatt)
Hier spricht Ringelnatz die Vereine an. Und tatsächlich sind unsere Rellinger Vereine uns lieb und wichtig. In ihnen finden viele gemeinsame Erlebnisse, Freundschaften und auch demokratische Willensbildung im besten Sinne statt. Unseren jüngsten Verein, das „Bündnis für Demokratie“, möchte ich an dieser Stelle kurz erwähnen.
Über unserer Sportförderung zeigt die Gemeinde ihr Engagement auch handfest mit einem sechsstelligen €-Betrag. Beispielhaft seien hier der Investitionszuschuss für die Errichtung eines Multicourt-Platzes beim Tennisclub Egenbüttel und der Zuschuss für die Reetdach Sanierung des Turnerheims genannt. Beide Maßnahmen harren allerding noch der endgültigen Realisierung; hoffentlich noch in diesem Jahr.
Der RTV hat letztes Jahr sein 125-jähriges Bestehen in einer beeindruckenden Feier begangen. Wie auch andere unserer Vereine beteiligte er sich auf der Vereinsmeile beim Apfelfest. Seine Familienolympiade auf dem Sportplatz hat ordentlich für Spaß gesorgt. Die Zusammenarbeit mit den Schulen und einzelnen Kitas und das breite Angebot beim Reha-Sport verdienen ebenfalls besonderer Anerkennung.
Sport hilft uns, mit anderen unterschiedlichen Ausrichtungen und Geschichten zu interagieren und Barrieren zu überwinden. Durch gemeinsame sportliche Aktivitäten können Menschen aus verschiedenen sozialen, kulturellen und ethnischen Hintergründen auf Augenhöhe zusammenkommen und interagieren. Dies fördert den Abbau von Vorurteilen und das Aufbrechen von Barrieren, die im Alltag oft bestehen. Sport wirkt als universelle Sprache, die keiner besonderen Vorkenntnisse oder Sprachkenntnisse bedarf. Durch die gemeinsame Ausübung sportlicher Aktivitäten kann jede:r teilnehmen, unabhängig von Herkunft, Alter oder sozialem Status. Dies schafft ein Umfeld, in dem Unterschiede in den Hintergrund treten und der Fokus auf die gemeinsamen sportlichen Erlebnisse gelegt wird.
Das mag allgemein so richtig sein. Heute ehren wir aber euch, die ihr euch in harter Konkurrenz erfolgreich durchgesetzt habt. Wie trägt denn auch harter Wettkampf im Sport dazu bei, dass sich – vielleicht sogar feindlich gesinnte Menschengruppen – besser verstehen? ChatGpt hat dazu folgende Antwort:
Gute Frage – und ein spannendes Paradox. Gerade harter Wettkampf kann tatsächlich helfen, dass sich feindlich gesinnte Gruppen besser verstehen. Ein paar zentrale Mechanismen dahinter:
1. Gemeinsame Regeln schaffen Respekt
Im Sport gelten für alle dieselben Regeln, egal welcher Herkunft, Religion oder politische Haltung. Wenn beide Seiten diese Regeln akzeptieren und sich daran messen lassen, entsteht eine Art „fairer Rahmen“. Man erkennt: Der andere spielt nach denselben Regeln wie ich – das baut Grundrespekt auf.
2. Leistung ersetzt Vorurteile
Im Wettkampf zählt, was jemand kann, nicht wer er „ist“. Stärke, Technik, Ausdauer oder Teamgeist sind sichtbar und unmittelbar. Vorurteile werden dadurch oft relativiert oder sogar widerlegt, weil reale Erfahrung abstrakte Feindbilder ersetzt.
3. Anerkennung des Gegners
Harter Wettkampf heißt auch: Man braucht den Gegner, um selbst besser zu werden. Wer stark ist, zwingt mich, mich zu verbessern. Daraus entsteht paradoxerweise Anerkennung – selbst wenn man sich nicht mag. Dieses „Respektieren des Gegners“ ist im Sport tief verankert.
4. Gemeinsame Emotionen verbinden
Sieg, Niederlage, Schmerz, Erschöpfung – diese Emotionen sind universell. Wer zusammen leidet oder alles gibt, erlebt etwas sehr Menschliches. Das kann Empathie erzeugen, selbst über tiefe gesellschaftliche Gräben hinweg.
5. Konflikt wird kanalisiert statt eskaliert
Sport bietet eine kontrollierte Form von Konflikt. Aggression, Rivalität und Machtfragen werden ausgelebt, ohne (idealerweise) reale Gewalt. Das kann Spannungen abbauen und zeigen: Konflikte lassen sich austragen, ohne den anderen zu entmenschlichen.
6. Gemeinsame Identität überlagert alte Grenzen
Teams, Ligen oder Nationalmannschaften schaffen neue „Wir“-Gefühle. Diese können alte Feindbilder zumindest zeitweise überdecken – man ist zuerst Sportler, nicht Vertreter einer verfeindeten Gruppe.
Natürlich: Sport ist kein Wundermittel. Er kann auch Konflikte verschärfen, wenn er politisiert oder instrumentalisiert wird. Aber fairer, intensiver Wettkampf hat ein großes Potenzial, aus „Feinden“ zumindest respektierte Gegner zu machen – und das ist oft der erste Schritt zu echtem Verständnis.
Zitat Ende und dem kann ich nur zustimmen und ergänzen: Vor dem Smartphone in den sozialen Medien flippend, findet all das eher weniger statt und viel Zeit wird dabei verplempert.
Nun noch ein paar Fakten zu unseren Sportstätten:
Die neue Sporthalle soll – wenn alles funktioniert – Anfang Januar 2028 übergeben werden. Ende Januar / Anfang Februar dieses Jahres werden die ersten Arbeiten, zunächst Bodenarbeiten, erfolgen. Die Sporthalle Krupunder steht auch nach Eröffnung der neuen Halle den Sportvereinen zur Verfügung, so dass wir drei zusätzliche Hallen haben werden.
Und was die Transparenz über die Belegung unserer Sportstätten betrifft, habt ihr nun einfache Einsicht auf Rellingen.de über Leben & Erleben ->Sportangebote ->Sportflächen.
Aber heute Abend seid ihr Spitzensportler im Mittelpunkt und sollt endlich die euch zur Ehrung verfassten Urkunden aus den Händen unseres Bürgervorstehers und unseres Bürgermeisters erhalten.
Genießt den Augenblick und lasst euch ehren!

