Aktuelles aus dem Verkehrsausschuss – oder „Wann kommt endlich das integrierte Mobilitätskonzept?“

Am Markt“ und Zwangsrechtspfeil an der Kirchenstraße

Die Verkehrssituation am Markt ist zeitweise katastrophal. In den Spitzenstunden geht gar nichts mehr und der Verkehr staut sich zurück. An der Autobahnabfahrt Pinneberg-Süd, am Kreisel und den Straßen „Am Markt“, „Kirchenstraße“, „Poststraße“ und in der „Hohle Straße“ herrscht dann Stillstand.

Eine erste beschlossene Maßnahme war die Einrichtung eines Zwangsrechtspfeils an der Kirchenstraße. Diese Maßnahme hat leider zu viel Unmut in der Bevölkerung geführt, so dass sich alle Fraktionen gemeinsam an einen Tisch gesetzt haben, um die Situation erneut zu bewerten. Geeinigt haben wir uns auf die Erstellung eines Konzeptes (leider nur kleinteilig für diesen Verkehrsbereich), mit dem Ziel der Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs. Dabei soll das Für und Wider des Zwangsrechtspfeils in der Kirchenstraße sowie ein Zwangspfeil links an der Autobahnabfahrt betrachtet werden.

Fahrradstraße „Oberer Ehmschen/Ehmschen“

Der Beschluss zur Einrichtung einer Fahrradstraße besteht schon seit September 2020. Die Umsetzung ist bisher noch nicht erfolgt. Die Kreisverkehrsbehörde sieht für die Straßen ein komplettes Parkverbot vor. Die Fraktionen wollen den Anwohner*innen jedoch eine begrenzte Anzahl an Parkplätzen zur Verfügung stellen. Nach einem gemeinsamen Ortstermin mit Vertretern der Politik, Verwaltung, dem ADFC und der Kreisverkehrsbehörde im Dezember 2023 wurde zunächst der Antrag für den „Oberen Ehmschen“ eingereicht. Die Gemeinde befindet sich hierzu in der Klärungsphase mit dem Kreis. Im gleichen Zug soll die Verkehrsführung über die Fußgänger/Radfahrer Brücke über die A23 überplant und somit sicherer werden.

Die Umsetzung der Fahrradstraße im „Ehmschen“ ist zurzeit noch ausgenommen.

Schulwegsicherung

Das Thema Schulwegsicherung ist eines der größten Themen im Verkehrsausschuss, da es in allen Quartieren gleichermaßen Thema ist. Immer wieder gibt es in den Einwohnerfragestunden Beschwerden, Forderungen nach Einrichtungen von Tempo 30 Zonen oder nach Verbesserungen bei den Rad-/Fußwegen.

Brüder-Grimm-Schule (BGS)

Die BGS und die Ev. Kindertagesstätten Johannes und Matthäus haben am „Schulischen Mobilitätsmanagement des Reallabors des Nachbarschaftsforums Südholstein/Hamburg“ teilgenommen. Im Rahmen dieses Programmes wurden Maßnahmenvorschläge erarbeitet, die in einer Sondersitzung des Verkehrsausschusses zusammen mit dem Schulausschuss vorgestellt wurden. Als Nächstes werden sich jetzt alle Fraktionen mit den Vorschlägen auseinandersetzen. Alle Vorschläge werden dann in der Sitzung des Verkehrsausschuss im Mai beraten . Eine erste Maßnahme steht im Verkehrsausschuss bereits am 6.2.24 auf der Tagesordnung: Erhalt des Zebrastreifens vor der Schule.

In einer umfangreichen Präsentation hat der zertifizierte Sicherheitsauditor Herr Leven die Schulwege und die Kindergartenwege zur Matthäus-Kita und zur Johannes-Kita aufgearbeitet und bewertet. Es wird deutlich wie hilfreich eine gute Expertise bei den zu treffenden Entscheidungen sein kann. . Herr Leven empfahl u.a. die Einrichtung einer sogenannten „Elternhaltestelle“ für Elterntaxis auf dem Parkplatz an der Sporthalle. Die Einrichtung einer Kiss&Go Zone auf dem Gelände der DRK -Fläche an der Schmiedestraße wäre, so die Einschätzung des Experten, eine Einladung zu einer „Drive-in Schule“, was wiederum die eigenständige Mobilität der Kinder erheblich erschweren bzw. verhindern würde.

Erich-Kästner-Schule

Durch den Neubau der EKS am Hermann-Löns-Weg sind Verwaltung und Politik ebenso aufgefordert , ein Schulwegsicherungskonzept vorzulegen, welches allen Kindern eine eigenständige und verkehrssichere Mobilität ermöglicht. Sei es zu Fuß oder mit dem Rad.

Ein erster Schritt ist der Ankauf eines Grundstückes auf dem Gebiet gegenüber des BPlan 72 so dass die Einrichtung einen Fuß-/Radweges zur Amselstraße ermöglicht wird.

Die vorliegenden Ergebnisse des schulischen Mobilitätsmanagements für das Quartier rund um die BGS liefern, so unsere Meinung, viele wichtige Anregungen für das zukünftige Schulwegsicherungskonzept der EKS.

Caspar-Vogt-Schule

An der CVS gibt es zurzeit viele Maßnahmen, die noch zur Prüfung beim Kreis liegen: unter anderem die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30km/h an der Pinneberger Straße im Bereich der Schule.

Im kommenden Verkehrsausschuss wird über den Antrag eines Bürgers beraten, der die Ausweitung der Tempo 30 fordert.

Radwegeverbindung Pinneberg-Schnelsen

Hier befinden wir uns in der Planungsphase. Auf der Sitzung des Verkehrsausschusses im November 2023 wurde über die Ergebnisse des Verkehrsplaners diskutiert und beraten. Die Verwaltung wurde beauftragt, im Gespräch mit dem Straßenbaulastträger (Land) für den Ausbau der Radwegeverbindung eine praktikable Lösung zu finden. Unserer Ansicht nach entspricht der Vorschlag der Verkehrsplaner genau dem, was wir hier benötigen. Ein gut ausgebauter Rad-/Fußweg mit ausreichender Breite plus optimierte Kreuzungen, zum Teil mit Signalanlagen, die barrierefrei sind und das Konfliktpotential zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmer*innen verringern. . In der politischen Debatte plädiertedie CDU-Fraktion lediglich für die Verbreiterung des bestehenden Radweges. Sollte sich die Haltung der CDU Fraktion durchsetzen, stünde Am Ende stünde das Kleinklein und trotz Umbau wieder keine durchgängig regelkonforme Radverbindung zwischen Pinneberg und Schnelsen.

Die obengenannten Punkte sind nur ein Auszug aus den aktuellen Themen des Verkehrsausschusses. Viele Baustellen, bei denen Einzelmaßnahmen Konsequenzen nach sich ziehen, die wir als Laien oft gar nicht überblicken können. So geschehen mit dem Zwangsrechtspfeil an der Kirchenstraße. Besonders im Gespräch mit Anwohner*innen kommt häufig die Frage: „Wie sieht denn das Verkehrskonzept für die Gemeinde aus?“ Die Antwort lautet dann leider, dass Rellingen bisher kein integriertes Mobilitätskonzept in Auftrag geben konnte. Die CDU lehnt dieses Vorhaben aktuell mit der Begründung ab, das zunächst abgewartet werden müsse, ob die Erweiterung der A23 durchgeführt werde.

Wir sind da anderer Meinung! Wir sind Ansicht, dass die Gemeinde ihre Ziele für eine nachhaltige Mobilität definieren und möglichst frühzeitig in die Planungen einbringen sollte. Dies sollte mit Hilfe der Expertise eines Fachplanungsbüros erfolgen. Wir fühlen uns weiterhin dem Ortskernentwicklungskonzept (OEK) verpflichtet, welches u.a. als Schlüsselprojekt ein „Integriertes Mobilitätskonzept“ beinhaltet.

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